Trinknahrung Nebenwirkungen: Was tun bei Durchfall & Übelkeit? Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen

Was kann ich tun, wenn nach Einnahme von Trinknahrung Schwierigkeiten mit der Verdauung auftreten?

2025-07-29 15:32:00 / Ernährung / Kommentare 0

1. Trinknahrung und ihre Nebenwirkungen

Trinknahrung ist eine hochkalorische und nährstoffreiche Flüssignahrung. Sie wurde speziell für Menschen entwickelt, die ihren täglichen Energie- und Nährstoffbedarf nicht mehr über normale Mahlzeiten decken können, sei es aufgrund von Alter oder Krankheit.

In medizinischen Kontexten wird besonders häufig auf Marken wie Fresubin oder Fortimel zurückgegriffen. Beide bieten eine große Auswahl an Produkten für verschiedene Bedürfnisse. Doch trotz der positiven Wirkung ist es wichtig, mögliche Nebenwirkungen von Trinknahrung im Blick zu behalten. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen wie Sie mit eventuellen Nebenwirkungen von Trinknahrung umgehen.

Verdauungsschwierigkeiten bei der Aufnahme von Trinknahrung.

Trinknahrung kann Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden hervorrufen.

2. Welche Nebenwirkungen kann Trinknahrung verursachen?

Trinknahrung ist eine wertvolle Unterstützung bei der Versorgung mit Energie und Nährstoffen, insbesondere wenn die normale Nahrungsaufnahme eingeschränkt ist. Dennoch berichten manche Anwender und Anwenderinnen über Begleiterscheinungen, die im Zusammenhang mit der Einnahme auftreten können. Solche Nebenwirkungen von Trinknahrung sind in der Regel harmlos, aber dennoch unangenehm – besonders für Menschen mit sensibler Verdauung oder bei einem zu schnellen Einstieg in die Trinknahrungstherapie.

Zu den häufigsten Beschwerden zählen:

  • Blähungen und Völlegefühl: Diese treten oft auf, wenn der Körper nicht an die konzentrierte Zusammensetzung gewöhnt ist oder die Portionen zu groß gewählt wurden.
  • Durchfall: Einige Personen reagieren mit weichem Stuhl oder Durchfall auf bestimmte Produkte. So berichten einige Patienten beispielsweise von Durchfall nach Fresubin oder allgemein von Durchfall durch Trinknahrung. Häufig liegt dies an zu schnellem Trinken oder einem sensiblen Verdauungssystem.
  • Verstopfung: Bei ballaststoffarmen Varianten oder einer zu geringen Flüssigkeitszufuhr kann es zu Verstopfung durch Trinknahrung wie Fresubin oder Fortimel kommen. Auch eine ungewohnte Umstellung auf eine rein flüssige Ernährung kann die Verdauung zunächst verlangsamen.
  • Übelkeit: Einige Betroffene klagen über Übelkeit bei der Einnahme von Trinknahrung, insbesondere wenn die Trinknahrung zu schnell oder auf nüchternen Magen eingenommen wird.

Wichtig ist: Solche Reaktionen bedeuten nicht zwangsläufig, dass ein Produkt für Sie ungeeignet ist. Oft lassen sich Beschwerden durch eine langsamere Eingewöhnung, kleinere Portionen oder den Wechsel zu einer anderen Rezeptur gut lindern. Auch die Rücksprache mit ärztlichem oder pflegerischem Fachpersonal kann dabei helfen, die für Sie individuell passende Lösung zu finden.

3. Tipps zur besseren Verträglichkeit von Trinknahrung

Wenn Sie bei der Einnahme von Trinknahrung unter Nebenwirkungen wie Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder Übelkeit leiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Verträglichkeit zu verbessern.

Langsam starten und in Ruhe trinken

Da Trinknahrung in der Regel ein Sättigungsgefühl auslöst, kann es durch zu schnelles Trinken zu einem Völlegefühl kommen. Die Hersteller empfehlen daher, die Trinknahrung langsam und schluckweise zu sich zu nehmen.

Ausreichend Flüssigkeit aufnehmen

Unabhängig vom gewählten Produkt ist es wichtig, dass Sie über den Tag hinweg genügend trinken. Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßter Tee unterstützen die Verdauung und beugen sowohl Durchfall als auch Verstopfung vor – ein einfacher, aber oft unterschätzter Schritt zur Verbesserung der Verträglichkeit.

Eine Person schenkt sich ein Glas Wasser ein, um ihre Verdauung zu verbessern.

Bei Durchfall durch Trinknahrung ist hydrieren besonders wichtig, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Auf die Zusammensetzung achten

Der Proteinanteil in Trinknahrungen wird meist aus Milcheiweiß gewonnen. Menschen mit Milcheiweißallergie benötigen daher ein laktosefreies Präparat. In laktosefreier bzw. laktosearmer Trinknahrung wird dagegen beispielsweise Sojaeiweiß verwendet. Der genaue Laktosegehalt ist auf dem Produktetikett angegeben.

Bei Fettmalabsorption (Pankreasinsuffizienz oder ausgedehnte Ileumresektion) können fetthaltige Trinknahrungen wiederum zu schwerem Durchfall führen. In diesem Fall ist fettfreie, bilanzierte Trinknahrung indiziert.

Trinknahrung auf den eigenen Bedarf abstimmen

Je nach Krankheitsbild gibt es spezielle Trinknahrungsangebote.

Diabetes: Laut Aussage vieler Ärzte können Diabetiker problemlos auf Standard-Trinknahrungen zurückgreifen, sofern ihr Blutzuckerhaushalt gut eingestellt ist. Es gibt jedoch auch spezielle Trinknahrung für Diabetiker, die die unzureichende Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse berücksichtigt. Solche Produkte enthalten beispielsweise in erhöhtem Maße ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, Antioxidantien in Form der Vitamine C und E sowie komplexe Kohlenhydrate als Ballaststoffe, die eine langsame Verstoffwechselung begünstigen. Gut zu wissen: Trinknahrungen mit Fruchtzucker und Zuckeraustauschstoffen können gastrointestinale Symptome wie Blähungen und Durchfall auslösen.

Morbus Crohn: Bei einer chronisch entzündeten Darmschleimhaut treten Durchfall und Bauchschmerzen als charakteristische Symptome auf, die leider oft von Gewichtsverlust, Appetitmangel, Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Für Personen mit einem entzündeten Verdauungsapparat wurden spezielle Trinknahrungen von verschiedenen Herstellern entwickelt. Dazu zählt auch Modulen IBD, eine Spezialnahrung, die gezielt für das Diätmanagement bei Morbus Crohn konzipiert wurde. Sie enthält den entzündungshemmend wirkenden Wachstumsfaktor TGF-ß2 und kann – in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt oder einem Ernährungsteam – zur ausschließlichen oder ergänzenden Ernährung eingesetzt werden. Im Bedarfsfall beraten wir Sie gerne.

"Es ist schon lange bekannt und durch zahlreiche Studien belegt, dass eine Mangelernährung während Krankheits- und Genesungsphasen zu häufigeren Komplikationen und einem schlechteren Outcome führen kann. Trinknahrung ist ein gut erprobtes Mittel um im Alltag bei Einschränkungen für eine adäquate Versorgung mit Kalorien und Nährstoffen zu sorgen. Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten lassen sich durch eine ärztliche Beratung oder einen Ernährungsberater in der Regel einfach und zeitnah lösen."

- Lukas Hellmayr, Assistenzarzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin

4. Fazit: Nebenwirkungen kennen – Trinknahrung gezielt einsetzen

Trinknahrung kann eine wertvolle Unterstützung bei der Ernährung von Menschen mit eingeschränkter Nahrungsaufnahme sein, beispielsweise im Alter, bei Krankheit oder in der Rekonvaleszenz. Wie bei jeder medizinischen Maßnahme ist es jedoch wichtig, die individuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Denn obwohl die Produkte in der Regel gut verträglich sind, können Nebenwirkungen auftreten.

Mögliche Begleiterscheinungen wie Blähungen, Durchfall durch Trinknahrung, Verstopfung bei Fresubin oder Übelkeit nach der Einnahme von Fortimel sind meist vorübergehend oder lassen sich durch eine gezielte Produktauswahl vermeiden. Achten Sie deshalb auf die richtige Zusammensetzung, trinken Sie die Trinknahrung langsam und holen Sie bei Bedarf fachliche Unterstützung ein.

Sollten Beschwerden trotz dieser Maßnahmen anhalten, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen oder sich von einer spezialisierten Ernährungsfachkraft beraten zu lassen. Oft genügt eine kleine Anpassung – etwa bei der Dosierung oder beim Produkt selbst –, um die Verträglichkeit deutlich zu verbessern. Mit dem passenden Konzept lässt sich Trinknahrung gezielt und sicher in die tägliche Ernährung integrieren – als wertvoller Beitrag zu mehr Lebensqualität und einer stabilen Nährstoffversorgung.

FAQ

Häufige Fragen zu Trinknahrung und Nebenwirkungen

In diesem Abschnitt beantworten wir oft gestellte Fragen zum Thema Trinknahrung.

Das kann verschiedene Ursachen haben. Häufig liegt es an einer zu schnellen Umstellung auf die flüssige Ernährung oder an einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen, wie beispielsweise Zuckeralkoholen, Fettbestandteilen oder Ballaststoffen. Auch eine zu hohe Anfangsdosierung kann den Darm überfordern. In solchen Fällen kann ein Produktwechsel Abhilfe schaffen. Wenn Sie regelmäßig Durchfall nach der Einnahme von Fresubin oder einem anderen Produkt bemerken, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Um Blähungen zu lindern, sollten Sie die Trinkmenge langsam steigern, über den Tag verteilt kleine Portionen trinken und gut gekühlte Produkte bevorzugen. Auch ballaststoffarme oder speziell zusammengesetzte Varianten können besser verträglich sein. Bewegung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen zusätzlich die Verdauung.

Ja, das ist empfehlenswert, insbesondere bei bestehenden Erkrankungen oder wenn Sie dauerhaft auf Trinknahrung angewiesen sind. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann beurteilen, ob Trinknahrung für Ihre Situation geeignet ist, welche Zusammensetzung infrage kommt und ob eine medizinische Indikation vorliegt.

Ja, in vielen Fällen – vorausgesetzt, es liegt eine medizinische Notwendigkeit vor. Trinknahrung ist verordnungsfähig und kann bei entsprechenden Diagnosen wie Mangelernährung, Tumorerkrankungen oder Schluckstörungen auf Rezept ausgestellt werden. In der Regel übernimmt die gesetzliche Krankenkasse dann die Kosten abzüglich der üblichen Zuzahlung. Eine ärztliche Verordnung ist hierfür Voraussetzung. In diesem Beitrag erfahren Sie, unter welchen Voraussetzungen die Kosten für Fresubin von der Krankenkasse übernommen werden.

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