Alles für Ihre Stomaversorgung Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen
Bestseller Stomaversorgung
FAQ Stomaversorgung

Unter Stomaversorgung versteht man die Pflege und Versorgung eines künstlich angelegten Körperausgangs. Gemeint sind vor allem Hilfsmittel, die Ausscheidungen sicher aufnehmen, die Haut rund um das Stoma schützen und den Alltag mit einem Stoma erleichtern.

Zur Stomaversorgung gehören nicht nur Stomabeutel. Auch Basisplatten, Hautschutzprodukte, Pflasterentferner, Stomagürtel, Stomabandagen, Entsorgungsbeutel, Kompressen und weiteres Zubehör können Teil der Versorgung sein.

 

Warum eine gute Stomaversorgung wichtig ist

Eine passende Versorgung soll zuverlässig sitzen, Ausscheidungen aufnehmen und die Haut möglichst wenig belasten. Besonders wichtig sind eine gute Abdichtung, eine hautschonende Anwendung und ein Wechsel der Versorgung im passenden Rhythmus.

Je besser die einzelnen Produkte zusammenpassen, desto sicherer fühlen sich viele Betroffene im Alltag. Das betrifft zum Beispiel Situationen beim Schlafen, unterwegs, bei der Körperpflege oder beim Wechsel der Versorgung.

Zur Stomaversorgung gehören verschiedene Produkte, die gemeinsam ein sicheres Versorgungssystem bilden. Die Grundlage besteht meist aus einem Stomabeutel und einer Basisplatte. Je nach Versorgungssystem können beide Bestandteile fest miteinander verbunden sein oder getrennt voneinander verwendet werden.

Ergänzend gibt es Zubehör, das die Versorgung unterstützen kann:

 

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Die passende Stomaversorgung hängt von mehreren Faktoren ab. Wichtig sind zum Beispiel die Stomaart, die Menge und Konsistenz der Ausscheidung, der Hautzustand, die Körperform und die Beweglichkeit. Auch Narben, Hautfalten oder ein Stoma auf Hautniveau können beeinflussen, welche Versorgung gut passt.

Wichtig bei der Auswahl: Die Versorgung sollte dicht halten, gut haften und die Haut möglichst schonen. Gleichzeitig sollte sie im Alltag gut handhabbar sein, zum Beispiel beim Wechseln, Entleeren, Duschen, Schlafen oder unterwegs.

Der Wechsel einer Stomaversorgung sollte gut vorbereitet erfolgen. Sinnvoll ist es, alle benötigten Materialien vorher bereitzulegen. Dazu gehören je nach System ein neuer Beutel, eine neue Basisplatte, Kompressen, warmes Wasser, ein Entsorgungsbeutel und bei Bedarf Hautschutzprodukte, Pflasterentferner oder eine Stomaschere.

 

Ablauf des Wechsels

Zuerst wird der Beutel bei Bedarf entleert. Danach wird die alte Versorgung vorsichtig von der Haut gelöst. Die Haut rund um das Stoma wird sanft gereinigt und anschließend gut getrocknet. Danach wird geprüft, ob die Öffnung der Basisplatte oder des Hautschutzes zur Größe und Form des Stomas passt. Anschließend wird die neue Versorgung angebracht und leicht angedrückt.

Wichtig beim Wechsel:

  • Die Haut sollte vor dem Anbringen sauber und trocken sein.
  • Die Öffnung sollte nicht zu groß und nicht zu eng sein.
  • Die Versorgung sollte möglichst faltenfrei aufliegen.
  • Die alte Versorgung sollte hautschonend entfernt werden.
  • Bei gereizter Haut sollte die Versorgung überprüft werden.

 

Wie oft gewechselt werden muss

Das Wechselintervall hängt vom Versorgungssystem, der Stomaart, der Ausscheidung, der Haut und der Haftung ab. Bei zweiteiligen Systemen wird die Basisplatte häufig mehrere Tage getragen, während der Beutel je nach Beutelart und Füllstand häufiger gewechselt oder entleert wird. Bei einteiligen Systemen wird die gesamte Versorgung meist häufiger gewechselt.

Die Versorgung sollte immer früher gewechselt werden, wenn sie sich löst, unterläuft, unangenehm riecht, die Haut gereizt wirkt oder sich das Tragegefühl verändert. Fachliche Empfehlungen zur passenden Tragedauer sollten dabei immer berücksichtigt werden.

Hautschutz und Hautpflege sind ein wichtiger Bestandteil der Stomaversorgung. Die Haut rund um das Stoma wird durch Haftmaterial, Feuchtigkeit, Ausscheidungen und regelmäßige Wechsel belastet. Deshalb sollte sie möglichst sauber, trocken und reizarm gehalten werden.

Eine gut sitzende Versorgung schützt die Haut, weil Stuhl oder Urin nicht unter die Versorgung gelangen sollen. Kommt es regelmäßig zu Unterwanderungen, Brennen, Rötungen oder nässenden Hautstellen, sollte die Versorgung überprüft werden.

 

Haut sanft reinigen und gut trocknen

Für die Reinigung reicht häufig warmes Wasser aus. Die Haut sollte vorsichtig gereinigt und anschließend trocken getupft werden. Stark fettende Cremes, Öle oder ungeeignete Reinigungsmittel können die Haftung beeinträchtigen und sollten nicht unter die Klebefläche gelangen.

Je nach Hautzustand können zusätzliche Hautschutzprodukte sinnvoll sein. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Hautschutzringe
  • Hautschutzpaste
  • Hautschutzspray oder Hautschutzfilm
  • Hautschutzpuder bei feuchten Hautstellen

Wichtig: Hautprobleme sollten nicht dauerhaft nur mit Zubehör ausgeglichen werden. Wenn die Haut immer wieder gereizt ist, kann die Ursache auch eine unpassende Öffnung, eine falsche Tragedauer oder eine nicht geeignete Versorgung sein.

Zubehör kann die Stomaversorgung im Alltag unterstützen. Es ersetzt nicht die passende Grundversorgung, kann aber bestimmte Situationen erleichtern. 

 

Beispiele für hilfreiches Stomazubehör

  • Hautschutzringe oder Hautschutzpaste können kleine Unebenheiten ausgleichen und die Abdichtung rund um das Stoma unterstützen.
  • Pflasterentferner können helfen, die Versorgung schonender von der Haut zu lösen.
  • Gleitmittel können das Entleeren eines Ausstreifbeutels erleichtern. 
  • Geliermittel können flüssige Ausscheidungen im Beutel eindicken.

Auch Entsorgungsbeutel, Stomascheren, Kompressen, Stomagürtel oder Stomabandagen können je nach Situation sinnvoll sein. Besonders unterwegs kann es hilfreich sein, eine kleine Tasche mit Ersatzversorgung, Kompressen und Entsorgungsbeuteln bereitzuhalten.

Nicht jedes Zubehör ist automatisch notwendig. Bei einer gut sitzenden Versorgung wird oft nur wenig zusätzliches Material gebraucht. Wenn jedoch Hautreizungen, Geruch, Auslaufen oder ein unangenehmes Tragegefühl auftreten, kann passendes Zubehör eine sinnvolle Ergänzung sein.

Geruch, Geräusche oder Auslaufen können im Alltag verunsichern. Oft helfen schon kleine Anpassungen, zum Beispiel ein regelmäßiges Entleeren, eine passende Beutelgröße oder ein gut sitzende Basisplatte.

Bei Geruch ist wichtig, dass der Beutel sicher verschlossen ist und die Versorgung dicht anliegt. Viele Stomabeutel sind so aufgebaut, dass Gerüche im Beutel zurückgehalten werden. Wenn trotzdem regelmäßig Geruch wahrnehmbar ist, sollte geprüft werden, ob die Versorgung unterläuft oder nicht richtig haftet.

 

Wenn sich Luft im Beutel sammelt

Geräusche entstehen häufig durch Luft im Beutel. Je nach Beuteltyp kann ein Filter helfen, Luft entweichen zu lassen. Auch die Beutelgröße, der Füllstand und das rechtzeitige Entleeren können eine Rolle spielen. Bei manchen Menschen beeinflusst außerdem die Ernährung, wie viel Luft sich bildet.

 

Wenn die Versorgung ausläuft

Auslaufen ist häufig ein Hinweis darauf, dass die Versorgung nicht optimal abdichtet. Mögliche Ursachen sind eine zu große oder zu kleine Öffnung, feuchte Haut, Hautfalten, Narben, eine veränderte Stomaform oder eine zu lange Tragedauer.

Wichtig: Wenn die Versorgung wiederholt ausläuft, sollte nicht nur immer mehr Zubehör ergänzt werden. Sinnvoller ist es, die Passform, die Basisplatte, den Hautschutz und das Wechselintervall zu prüfen.

Mit einer Stomaversorgung können viele Betroffene duschen, baden oder schwimmen. Moderne Stomabeutel sind für den Kontakt mit Wasser geeignet. Bei Beuteln mit Aktivkohlefilter kann ein Filteraufkleber sinnvoll sein, damit der Filter durch Wasser nicht beeinträchtigt wird.

Beim Duschen kann die Versorgung je nach Situation getragen werden. Manche Betroffene duschen mit Beutel, andere nutzen den geplanten Versorgungswechsel dafür. Wichtig ist, dass die Haut anschließend gut trocken ist, bevor eine neue Versorgung angebracht wird.

Vor dem Baden oder Schwimmen kann hilfreich sein:

  • Beutel vorher entleeren
  • Filter bei Bedarf abkleben
  • Ersatzversorgung mitnehmen
  • Versorgung nach dem Baden vorsichtig trocknen
  • Keine öligen Cremes unter die Haftfläche bringen

Bei einem frisch angelegten Stoma, noch nicht verheilter Wunde oder Unsicherheit sollte vorher medizinischer Rat eingeholt werden.

Medizinisch notwendige Stomaversorgung wird bei gesetzlich Versicherten in der Regel von der Krankenkasse übernommen, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt. Dazu zählen die Hilfsmittel, die für die Versorgung des Stomas erforderlich sind. Die Abwicklung erfolgt häufig über einen Vertragspartner der Krankenkasse, zum Beispiel ein Sanitätshaus oder einen Homecare-Versorger.

 

Welche Kosten selbst entstehen können

Für gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren fällt in der Regel die gesetzliche Zuzahlung an. Bei zum Verbrauch bestimmten Stomaartikeln beträgt diese 10 Prozent des Vertragspreises, jedoch höchstens 10 Euro für den gesamten Monatsbedarf. Bei mehrfach verwendbaren Artikeln, zum Beispiel bestimmten Gürteln, gelten andere Zuzahlungsregeln pro Produkt.

Mehrkosten können entstehen, wenn ein Produkt gewählt wird, das über die medizinisch notwendige Versorgung hinausgeht oder nicht über den jeweiligen Vertrag abgedeckt ist. Deshalb sollte vorab geklärt werden, welche Produkte übernommen werden und ob zusätzliche Kosten entstehen können.

Wichtig: Die genaue Kostenübernahme kann je nach Krankenkasse, Vertragspartner, Verordnung und individueller Versorgungssituation unterschiedlich sein.

Viele Menschen können ihre Stomaversorgung nach Anleitung selbst durchführen. Häufig wird der Umgang mit Beutel, Basisplatte, Hautreinigung und Zubehör bereits im Krankenhaus oder durch Fachpersonal erklärt. Auch Angehörige können unterstützen, wenn sie eingewiesen wurden und die betroffene Person damit einverstanden ist.

Ein Pflegedienst kann sinnvoll sein, wenn die Versorgung nicht sicher selbst durchgeführt werden kann. Das kann zum Beispiel bei eingeschränkter Beweglichkeit, Sehproblemen, starker Unsicherheit, Hautproblemen, frischer Operation, fehlender Kraft oder kognitiven Einschränkungen der Fall sein.

 

Wann häusliche Krankenpflege infrage kommen kann

Wenn medizinisch notwendige Unterstützung durch Pflegefachkräfte erforderlich ist, kann häusliche Krankenpflege ärztlich verordnet werden. Die Verordnung muss durch die Krankenkasse genehmigt werden.

Wichtig: Ob ein Pflegedienst die Versorgung übernehmen kann und wie die Kosten abgerechnet werden, hängt von der Verordnung, der medizinischen Notwendigkeit und der Genehmigung durch die Krankenkasse ab.

Ein Stoma bedeutet nicht automatisch, dass ein bestimmter Pflegegrad vorliegt. Entscheidend ist nicht allein die Diagnose, sondern wie selbstständig die betroffene Person im Alltag ist und wie viel Unterstützung regelmäßig benötigt wird.

Bei der Begutachtung wird betrachtet, wie gut eine Person ihren Alltag bewältigen kann. Bei einer Stomaversorgung kann zum Beispiel relevant sein, ob der Beutel selbst entleert und gewechselt werden kann, ob die Hautpflege gelingt und ob Probleme mit der Versorgung erkannt werden.

 

Möglicher Unterstützungsbedarf im Alltag

Hilfe kann nötig sein, wenn die Versorgung wegen körperlicher oder geistiger Einschränkungen nicht sicher selbst durchgeführt werden kann. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Sehschwäche
  • Zittern oder fehlende Kraft
  • Schmerzen
  • Unsicherheit beim Wechsel
  • Kognitive Einschränkungen
  • Wiederkehrende Hautprobleme oder Komplikationen

Wichtig: Ein Pflegegrad muss bei der Pflegekasse beantragt werden. Die Einstufung hängt vom gesamten Unterstützungsbedarf ab und nicht nur von der Stomaversorgung.

In der Stomaversorgung gibt es verschiedene Hersteller und Marken, die Beutel, Basisplatten, Hautschutzprodukte und Zubehör anbieten. Bekannte Anbieter im Bereich Stoma sind zum Beispiel Coloplast, ConvaTec, B. Braun, Hollister, Dansac sowie ForLife.

Die Produkte unterscheiden sich unter anderem bei Beutelform, Hautschutzmaterial, Basisplatte, Verschluss, Filter, Zubehör und Tragekomfort. Für Betroffene ist jedoch nicht nur der Markenname entscheidend. Wichtiger ist, dass die Versorgung zuverlässig haftet, die Haut schützt und im Alltag gut handhabbar ist.

 

Worauf beim Vergleich geachtet werden sollte

Beim Vergleich verschiedener Marken und Systeme können diese Punkte helfen:

  • Passt der Beutel zur Stomaart?
  • Ist die Basisplatte mit dem Beutel kompatibel?
  • Ist der Hautschutz für die eigene Haut geeignet?
  • Lässt sich der Beutel gut entleeren oder wechseln?
  • Sitzt die Versorgung sicher bei Bewegung?
  • Gibt es passendes Zubehör zum System?

Wichtig: Wenn eine Versorgung gut funktioniert, sollte ein Wechsel nicht ohne Grund erfolgen. Bei Hautproblemen, Unsicherheit, häufigem Auslaufen oder Schwierigkeiten beim Wechsel kann es aber sinnvoll sein, sich zu Alternativen beraten zu lassen.

Weitere ergänzende Kategorien