Astronautennahrung & flüssige Sondennahrung - PEG Sondenkost Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen
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FAQ Sondennahrung

Sondennahrung ist eine flüssige Nahrung, die über eine Sonde in den Magen oder Dünndarm gegeben wird. Sie gehört zur enteralen Ernährung, also zu einer Ernährungsform, bei der der Verdauungstrakt genutzt wird. Häufig wird auch der Begriff Sondenkost verwendet.

Zum Einsatz kommt Sondennahrung, wenn Essen und Trinken über den Mund nicht ausreichend möglich oder nicht sicher genug sind. Das kann zum Beispiel bei Schluckstörungen, nach bestimmten Operationen, bei neurologischen Erkrankungen, schweren Krankheitsverläufen oder bestehender Mangelernährung der Fall sein.

 

Ergänzend oder vollständig

Sondennahrung kann die normale Ernährung ergänzen oder vollständig ersetzen. Entscheidend ist, wie viel Energie, Eiweiß, Flüssigkeit und Nährstoffe benötigt werden und ob der Magen-Darm-Trakt ausreichend funktioniert.

Typische Situationen sind:

  • Schluckstörungen mit Risiko des Verschluckens
  • Unzureichende Nahrungsaufnahme trotz angepasster Kost
  • Erhöhter Energie- oder Eiweißbedarf
  • Versorgung über PEG, PEJ, Magensonde oder Jejunalsonde
  • Drohende oder bereits bestehende Mangelernährung

Die Auswahl und Menge der Sondennahrung sollte immer fachlich begleitet werden. Wichtig sind dabei der Ernährungszustand, die Grunderkrankung, die Sondenlage und die individuelle Verträglichkeit.

Es gibt verschiedene Arten von Sondennahrung, weil sich Energiebedarf, Eiweißbedarf, Verdauung, Flüssigkeitsmenge und medizinische Anforderungen stark unterscheiden können. Deshalb werden Produkte häufig nach Kaloriendichte, Ballaststoffgehalt, Eiweißanteil oder spezieller Zusammensetzung eingeteilt.

Zu den bekannten Herstellern zählen unter anderem Fresenius Kabi mit Fresubin, Nutricia mit Nutrison und Nutrini, Nestlé Health Science mit Isosource sowie HiPP. Je nach Hersteller gibt es Standard-Sondennahrung, hochkalorische Produkte, ballaststoffhaltige oder ballaststofffreie Varianten, Kinder-Sondennahrung und Spezial-Sondennahrung.

 

Wichtige Produktarten im Überblick

  • Standard-Sondennahrung: Für viele grundlegende Versorgungssituationen geeignet
  • Hochkalorische Sondennahrung: Liefert mehr Energie pro Milliliter
  • Eiweißreiche Sondennahrung: Für Situationen mit erhöhtem Proteinbedarf
  • Ballaststoffhaltige Sondennahrung: Kann bei langfristiger enteraler Ernährung relevant sein
  • Ballaststofffreie Sondennahrung: Kann sinnvoll sein, wenn Ballaststoffe nicht geeignet sind
  • Niedermolekulare Sondennahrung: Für bestimmte Situationen mit eingeschränkter Verdauung oder Nährstoffaufnahme
  • Spezial-Sondennahrung: Für besondere medizinische Anforderungen
  • Sondennahrung für Kinder: An altersbezogene Bedürfnisse angepasst

Die Wahl sollte nicht nur nach Hersteller oder Produktlinie erfolgen. Entscheidend ist, welche Nährstoffzusammensetzung benötigt wird, welche Sonde verwendet wird und welche Vorgaben im Ernährungsplan stehen. Deshalb sollte die Auswahl der passenden Sondennahrung immer mit dem behandelnden Arzt, qualifiziertem Pflegefachpersonal oder einer Ernährungsberatung abgestimmt werden. Besonders dann, wenn sich der Bedarf, die Verträglichkeit oder die medizinische Situation verändert.

Der Unterschied liegt in der Energiemenge pro Milliliter. Normokalorische Sondennahrung enthält meist etwa 1,0 kcal/ml. Hochkalorische Sondennahrung liefert mehr Energie pro Milliliter, zum Beispiel 1,5 kcal/ml oder 2,0 kcal/ml.

Hochkalorische Produkte können hilfreich sein, wenn mehr Energie benötigt wird, aber nicht mehr Volumen gegeben werden kann. Das kann bei erhöhtem Energiebedarf, geringer Belastbarkeit, Mangelernährung oder Flüssigkeitsbegrenzung eine Rolle spielen.

 

Einfache Orientierung

  • 1,0 kcal/ml: Meist normokalorisch
  • 1,2 bis 1,65 kcal/ml: Energiereicher als Standardprodukte
  • 2,0 kcal/ml: Besonders energiereich bei geringerer Flüssigkeitsmenge

Eine höhere Kaloriendichte ist nicht automatisch besser. Entscheidend ist, ob die Sondennahrung zum Bedarf, zur Flüssigkeitsbilanz und zur Verträglichkeit passt.

Bei Diabetes, Niereninsuffizienz, Dialysepflicht, Morbus Crohn oder anderen besonderen Erkrankungen sollte die passende Sondennahrung immer fachlich ausgewählt werden. Hier geht es nicht nur um Kalorien, sondern auch darum, wie die Nährstoffe zur jeweiligen Erkrankung passen.

 

Beispiele für besondere Anforderungen

  • Diabetes:
    Hier kann eine Sondennahrung mit angepasstem Kohlenhydratprofil sinnvoll sein. Ziel ist eine Ernährung, die den Blutzuckerverlauf möglichst berücksichtigt.
  • Niereninsuffizienz oder Dialyse:
    Je nach Situation können Eiweißmenge, Kalium, Phosphat, Natrium und Flüssigkeitsmenge wichtig sein.
  • Verdauungs- oder Aufnahmestörungen:
    Bei eingeschränkter Nährstoffaufnahme können Spezialnahrungen mit leichter verwertbaren Bestandteilen infrage kommen.
  • Kinder:
    Kinder benötigen Produkte, die auf Alter, Wachstum und Nährstoffbedarf abgestimmt sind.

Eine eigenständige Umstellung auf Spezial-Sondennahrung sollte vermieden werden. Besonders bei chronischen Erkrankungen sollte die Auswahl mit Arztpraxis, Ernährungsteam oder Pflegefachkraft abgestimmt werden.

Niedermolekulare Sondennahrung ist eine spezielle Sondenkost, bei der bestimmte Nährstoffe bereits stärker aufgespalten sind. Vor allem Eiweiß liegt häufig nicht als vollständiges Protein vor, sondern in kleineren Bausteinen, sogenannten Peptiden. Dadurch kann die Aufnahme im Verdauungstrakt in bestimmten Situationen erleichtert werden.

Solche Produkte werden auch als hydrolysierte Sondennahrung oder Peptid-Sondennahrung bezeichnet. Teilweise enthalten sie zusätzlich leichter verwertbare Fette, zum Beispiel MCT-Fette. MCT steht für mittelkettige Triglyceride. Diese Fette können bei eingeschränkter Fettverdauung besser nutzbar sein.

 

Wann solche Produkte infrage kommen können

Niedermolekulare Sondennahrung wird nicht grundsätzlich für jede Sondenernährung verwendet. Sie kann eher dann relevant sein, wenn Verdauung oder Nährstoffaufnahme eingeschränkt sind.

Mögliche Einsatzbereiche sind:

  • Malassimilation, also eingeschränkte Nährstoffverwertung
  • Kurzdarmsyndrom
  • Pankreasinsuffizienz
  • Bestimmte chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Wiederholte Unverträglichkeit gegenüber Standard-Sondennahrung

Der Unterschied zu hochmolekularer Sondenkost liegt also nicht in erster Linie bei den Kalorien, sondern bei der Form der Nährstoffe. Ob eine solche Spezialnahrung notwendig ist, sollte fachlich entschieden werden.

Ballaststoffe können bei Sondennahrung vor allem dann eine Rolle spielen, wenn die enterale Ernährung längerfristig erfolgt. Sie können das Stuhlvolumen beeinflussen und die Darmtätigkeit unterstützen. Deshalb gibt es Sondennahrung mit Ballaststoffen, ohne Ballaststoffe und mit unterschiedlichen Ballaststoffmischungen.

Ob Ballaststoffe sinnvoll sind, hängt von der Darmfunktion und der Verträglichkeit ab. Nicht jede Person profitiert automatisch von ballaststoffhaltiger Sondenkost. Bei bestimmten Beschwerden oder medizinischen Situationen kann auch eine ballaststofffreie Variante besser geeignet sein.

 

Mit oder ohne Ballaststoffe?

  • Sondennahrung mit Ballaststoffen kann infrage kommen, wenn eine längerfristige Versorgung geplant ist und der Darm Ballaststoffe gut verträgt.
  • Sondennahrung ohne Ballaststoffe kann sinnvoll sein, wenn Ballaststoffe aktuell nicht gewünscht, nicht geeignet oder vorübergehend nicht verträglich sind.

Bei Durchfall oder Verstopfung sollte nicht nur auf den Ballaststoffgehalt geschaut werden. Auch Medikamente, Infekte, Flüssigkeitsmenge und die Art der Verabreichung können das Stuhlverhalten beeinflussen.

Wenn Sondennahrung Beschwerden verursacht, sollte zunächst nach möglichen Ursachen gesucht werden. Durchfall, Übelkeit, Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Erbrechen bedeuten nicht automatisch, dass das Produkt grundsätzlich ungeeignet ist.

Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehören zum Beispiel eine zu schnelle Gabe, eine zu große Menge auf einmal, neue Medikamente, Infekte, eine veränderte Verdauung oder hygienische Probleme bei der Anwendung.

 

Was geprüft werden sollte

Bei Beschwerden kann es hilfreich sein, folgende Punkte zu kontrollieren:

  • Wird die Sondennahrung zu schnell verabreicht?
  • Ist die Einzelmenge zu groß?
  • Wurde die Nahrung korrekt gelagert und vorbereitet?
  • Wird die Sonde ausreichend gespült?
  • Gibt es neue Medikamente?
  • Liegt ein Infekt oder eine akute Erkrankung vor?
  • Passt die Nahrung zur Sonde und zur Verabreichungsart?

Die Sondennahrung sollte nicht eigenständig stark verdünnt, dauerhaft abgesetzt oder durch ein anderes Produkt ersetzt werden. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Sondennahrung kann über verschiedene Sonden und mit unterschiedlichen Methoden verabreicht werden. Die Nahrung gelangt dabei je nach Sondenart in den Magen oder in den Dünndarm. Häufige Verabreichungsformen sind die Bolusgabe, die Schwerkraftapplikation und die kontinuierliche Gabe über eine Ernährungspumpe.

 

Bolusgabe, Schwerkraft oder Ernährungspumpe

Bolusgabe:
Bei der Bolusgabe wird eine festgelegte Menge Sondennahrung portionsweise gegeben, häufig mit einer enteralen Ernährungsspritze. Diese Form ähnelt eher einzelnen Mahlzeiten.

Schwerkraftapplikation:
Bei der Schwerkraftgabe läuft die Nahrung über ein Überleitgerät in die Sonde. Die Geschwindigkeit wird über die Höhe des Nahrungsbehälters und meist über eine Rollenklemme beeinflusst.

Ernährungspumpe:
Eine Ernährungspumpe gibt die Sondennahrung kontrolliert mit einer eingestellten Laufgeschwindigkeit ab. Sie wird häufig genutzt, wenn eine langsame oder genaue Gabe notwendig ist.

 

Unterschied zwischen PEG, PEJ und Jejunalsonde

Bei einer PEG-Sonde gelangt die Sondennahrung in den Magen. Der Magen kann Nahrung vorübergehend speichern, weshalb je nach Vorgabe unterschiedliche Verabreichungsformen möglich sein können.

Bei einer PEJ-Sonde oder Jejunalsonde gelangt die Nahrung direkt in den Dünndarm. Dort ist meist eine langsamere und gleichmäßigere Gabe notwendig.

 

Wie schnell darf Sondennahrung laufen?

Die Laufgeschwindigkeit sollte nicht pauschal festgelegt werden. Sie hängt von der Sondenlage, dem Produkt, der Tagesmenge, der Verträglichkeit und dem Ernährungsplan ab. Eine zu schnelle Gabe kann Beschwerden wie Übelkeit, Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Durchfall begünstigen.

Wichtig ist deshalb:

  • Bei neuer Sondenernährung wird die Menge häufig schrittweise aufgebaut
  • Bei Dünndarmsonden ist meist eine langsamere Gabe notwendig
  • Ernährungspumpen ermöglichen eine genauere Einstellung
  • Bei Beschwerden sollte die Geschwindigkeit fachlich überprüft werden
  • Vor und nach der Gabe sollte die Sonde nach Vorgabe gespült werden

Medikamente sollten nicht einfach mit Sondennahrung vermischt werden. Dadurch können die Sonde verstopfen oder Wirkung und Verträglichkeit beeinflusst werden.

Die tägliche Menge an Sondennahrung richtet sich nach dem individuellen Bedarf. Dabei werden unter anderem Energiebedarf, Eiweißbedarf, Flüssigkeitsbedarf, Körpergewicht, Erkrankung, Alter und Ernährungsziel berücksichtigt.

Manche Menschen erhalten Sondennahrung nur ergänzend. Andere werden vollständig über die Sonde ernährt. Deshalb kann die Tagesmenge sehr unterschiedlich ausfallen.

 

Flüssigkeit separat betrachten

Sondennahrung enthält zwar Wasser, deckt den Flüssigkeitsbedarf aber nicht immer vollständig. Zusätzlich kann Flüssigkeit zum Spülen der Sonde, zur Medikamentengabe oder zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten nötig sein.

Bei der Planung werden häufig berücksichtigt:

  • Benötigte Kalorien pro Tag
  • Benötigte Eiweißmenge
  • Wasseranteil der verwendeten Sondennahrung
  • Zusätzliches Spülwasser
  • Flüssigkeit für Medikamente
  • Verluste durch Fieber, Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall
  • Mögliche Flüssigkeitsbegrenzung bei Herz- oder Nierenerkrankungen

Die genaue Menge sollte im Ernährungsplan festgelegt und regelmäßig überprüft werden, besonders wenn sich Gewicht, Erkrankung oder Verträglichkeit verändern.

Sondennahrung kann unter bestimmten Voraussetzungen auf Rezept verordnet und von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Entscheidend ist, ob eine ausreichende normale Ernährung nicht möglich ist und ob andere Maßnahmen nicht ausreichen.

Dabei geht es nicht nur um Appetitlosigkeit oder den Wunsch nach einer bestimmten Nahrung, sondern um eine medizinisch begründete Ernährungssituation. Die Verordnung erfolgt in der Regel ärztlich und richtet sich nach dem individuellen Bedarf.

 

Was für die Verordnung wichtig ist

Für die Verordnung reicht es nicht aus, dass eine Sondennahrung grundsätzlich gewünscht wird. Die medizinische Notwendigkeit muss nachvollziehbar sein.

Wichtig sind vor allem:

  • Ärztliche Prüfung der Ernährungssituation
  • Geeignetes verordnungsfähiges Produkt
  • Festgelegte Tagesmenge
  • Voraussichtliche Therapiedauer
  • Regelmäßige Kontrolle des Ernährungszustands
  • Prüfung, ob ergänzende Maßnahmen weiterhin notwendig sind

Bei privat Versicherten können andere Regelungen gelten. Auch Zuzahlungen, Lieferwege und Genehmigungsfragen können je nach Krankenkasse unterschiedlich sein.

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