Richtiges Trinken bei Inkontinenz

trinken bei inkontinenz



Grundsätzlich ist vorab festzuhalten, dass der Begriff Inkontinenz in zwei Bereiche zu unterteilen ist. Hierbei handelt es sich zum einen um die sogenannte Harninkontinenz, sprich die Unfähigkeit den Harn zurückzuhalten. Die Gründe hierzu sind verschieden und bisher in folgende Arten der Harninkontinenz differenziert: Stress- , Drang- , Überlauf- , Reflex- und funktionelle-Inkontinenz, sowie auch die extra urethrale Inkontinenz.

Des Weiteren umfasst dieser Begriff auch die Stuhlinkontinenz, welche das Zurückhalten des Stuhls für den Betroffenen unmöglich macht.


In diesem Artikel möchten wir uns jedoch ausschließlich mit der Harninkontinenz auseinandersetzen, da hierbei das richtige Trinkverhalten enorm zur Lebensqualität beitragen kann.


Weniger trinken hilft?


Dies ist vermutlich der erste Gedanke, der uns allen zur Prävention in den Kopf kommt, wenn es um das Thema Harninkontinenz geht. Die Antwort hierzu ist jedoch ganz klar: Nein.

Im Gegenteil verschlimmert der Versuch wenig zu trinken die Symptome in der Regel, da durch eine verminderte Flüssigkeitsaufnahme der Harn konzentriert und damit der Harndrang durch die zusätzliche Reizung der Blase noch verstärkt wird.

Die Blase verliert zudem auf lange Sicht durch die mangelhafte Füllung an Muskulatur und Volumen, was folglich dazu führt, dass die Inkontinenz ungünstig beeinflusst wird.

Seinem Körper nicht ausreichend Flüssigkeit zuzuführen ist auch grundsätzlich nicht sinnvoll, da durch eine unzureichende Spülung von Nieren und Blase das Risiko einer Harnwegsinfektion deutlich steigt.


Primär geht es also darum, wie trinkt man richtig und was sollte man besser vermeiden, um eine größtmögliche Linderung der Symptomatik zu erreichen.


Wie viel und in welchen Abständen sollte getrunken werden?


Grob gesagt sollte ein erwachsener Mensch trotz Harninkontinenz und je nach Größe und Gewicht zwischen 1,5 und 3 Litern am Tag trinken, um seinen Körper ausreichend zu versorgen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass keine ärztliche Anordnung zur Flüssigkeitsbeschränkung vorliegt.

Da das reine Durstgefühl hierfür oft nicht verlässlich ist und bei bestimmten Personengruppen, Krankheiten oder generell im zunehmenden Alter nachlässt, empfiehlt es sich ein Tagebuch zu führen, wann und wieviel jeweils über den Tag hinweg getrunken wurde.

Dies hilft nicht nur der Selbstkontrolle, sondern kann auch bei notwendigen ärztlichen Untersuchungen von großer Bedeutung sein.

Grundsätzlich ist es ratsam einen Trinkplan gemeinsam mit dem behandelnden Arzt zu erstellen.


Als Hilfestellung zur Berechnung des täglichen Flüssigkeitsbedarfs im Verhältnis zum Körpergewicht bei normaler Temperatur und Tätigkeit gibt es unter anderem folgende Formel:


Für die ersten 10 kg des Körpergewichts je 100ml/kg
Für die nächsten 10 kg des Körpergewichts 50ml/kg
Für alle weiteren kg Körpergewicht je 15ml/kg


Beispiel:

Flüssigkeitsbedarf bei 70 kg Körpergewicht:

10 kg * 100ml = 1000ml
10 kg * 50ml = 500ml
50 kg * 15ml = 750ml

Dies ergibt einen durchschnittlichen Gesamtbedarf an Flüssigkeit von: 2250ml


Achtung, das jeweilige Ergebnis beinhaltet auch die Flüssigkeitsmenge, welche über Mahlzeiten, Infusionen etc. aufgenommen wird.